Impfdelegation an Medizinische Fachangestellte

Als besonders erfolgreich bei dem Aufgabenbereich Impfen hat sich die systematische Organisation und Durchführung fast des gesamten Impfgeschehens durch Medizinische Fachangestellte (MFA`s) erwiesen. Für eine korrekte Delegation dieser Arbeit an MFA`s ist es sinnvoll, wenn diese eine entsprechende Qualifizierung zur „Impfbeauftragten“ (Name von der STIKO empfohlen) nach einem bundesweit einheitlichen Curriculum erhalten. Die NGIK hat den KVen einen Vorschlag gemacht zur "Delegation von ärztlichen Leistungen im Zusammenhang mit Impfungen an Medizinische Fachangestellte MFA´s".

 

Die Vorschläge zu einer Delegation von Aufgaben für den Bereich "Impfungen" an MFA´s enthalten die Voraussetzung, dass die Verantwortung/Haftung bei Ärztin/Arzt verbleibt:
Die wesentlichste Voraussetzung für die Delegation der Aufgaben bei Impfungen an MFA´s ist eine gute Qualifizierung zur "Impfbeauftragten".

Impfberatung der Patienten durch MFA´s
Nach § 630 Abs. 2 Nr. 1 BGB "muss die Aufklärung durch den Behandelnden oder durch eine Person erfolgen, die über die zur Durchführung der Maßnahme notwendige Ausbildung verfügt. Ergänzend kann auch auf Unterlagen Bezug genommen werden, die der Patient in Textform erhält". Über die "notwendige Ausbildung" verfügt nach ganz herrschender Ansicht grundsätzlich nur ein Arzt.
Wenn MFA´s eine praxisnahe und verständliche Information und damit Motivation zu Impfungen bei Patienten durchführen sollen, müssen sie eine zusätzliche sachgerechte und gründliche, herstellerunabhängige Qualifizierung mit einem korrekten Curriculum absolviert haben.

Tätigkeiten von speziell geschulten MFA´s im Zusammenhang mit Impfungen können sein:

  • Bereitstellung von Informationsunterlagen für die Praxis wie für Patienten
  • Information/Beratung von gesunden Patienten über empfohlene Impfungen
  • Weiterleitung eines Patienten bei speziellem Fragebedarf an Ärztin/Arzt
  • Durchführung der Impfung selbst
  • Beachtung von möglichen Notfallsituationen
  • Meldung von stärkeren unerwünschten Wirkungen

Für Ärztin/Arzt verbleiben bei bestehender letzter Verantwortung folgende Aufgaben:

  • Sicherstellung der Kompetenz der MFA bei Information/Beratung zu Impfungen
  • Nach Beratung durch geschulte MFA bleibt für Ärztin/Arzt in besonderen Fällen oder auf Wunsch des Patienten die Frage an den Patienten: "Gibt es noch Fragen?"
  • Beratung von Patienten mit stärkeren, vor allem chronischen Gesundheitsstörungen
  • Sicherstellung der Kompetenz der MFA bei Injektionen
  • Sicherstellung der Kompetenz bei Qualitätsmanagement
  • Kurzfristige Verfügbarkeit/Erreichbarkeit, auch im Falle von eintretenden Komplikationen

     

 


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